Entlastungspflege

Entlastungspflege in der Familie: Ablösungen der Angehörigen organisieren

Die familiäre Entlastungspflege verteilt die Einsätze auf mehrere pflegende Angehörige, um Erschöpfung zu vermeiden: Ablösungen planen, Informationen weitergeben, den Kreis koordinieren.

Bei der Entlastungspflege geht es darum, Ablösungen zwischen mehreren pflegenden Personen, Familie, Angehörigen, Fachkräften, zu organisieren, damit niemand die Last der Betreuung allein trägt. Sie ist eines der wirksamsten Mittel gegen die Erschöpfung der hauptpflegenden Person, erfordert aber eine klare Koordination.

Was ist familiäre Entlastungspflege?

Familiäre Entlastungspflege bezeichnet die Organisation aufeinanderfolgender oder abwechselnder Besuche verschiedener pflegender Personen bei derselben Person. Das Ziel ist zweifach: die Kontinuität der Betreuung zu gewährleisten und zu verhindern, dass die hauptpflegende Person die Einzige ist, die dauerhaft anwesend ist.

Wirksame Entlastungspflege ist mehr als nur ein Kalender. Jede ablösende Person muss wissen, was vor ihrem Einsatz passiert ist, was sie zu tun hat und wie sie ihre Beobachtungen weitergeben soll.

  • Abwechselnde Besuche zwischen Familienmitgliedern.
  • Ablösungen zwischen Angehörigen und Fachkräften (ambulante Pflegekräfte, Pflegehilfen).
  • Weitergabe der Beobachtungen nach jedem Einsatz.
  • Gemeinsamer Kalender, sichtbar für alle ablösenden Personen.

Wie man Entlastungspflege organisiert, ohne den Überblick zu verlieren

Das größte Risiko bei der Entlastungspflege ist der Informationsverlust zwischen zwei Einsätzen. Wenn jede ablösende Person geht, ohne etwas zu hinterlassen, fängt die nächste pflegende Person bei null an. Ein gemeinsames Pflegetagebuch löst dieses Problem.

Der Plan sollte zeigen, wer wann und wofür vorbeikommt. Wichtige Aufgaben können namentlich zugewiesen werden, um Doppelungen und Vergessenes zu vermeiden.

  • Datiertes Pflegetagebuch nach jedem Besuch.
  • Aufgaben, die jeder ablösenden Person zugewiesen sind.
  • Kalender, sichtbar für den gesamten Kreis.
  • Notfallblatt, auch offline abrufbar.

Entlastungspflege und Recht auf Entlastung: zwei sich ergänzende Instrumente

Das Recht auf Entlastung ermöglicht es der hauptpflegenden Person, durch eine vorübergehende professionelle oder institutionelle Betreuung durchzuatmen. Die familiäre Entlastungspflege dagegen funktioniert im Alltag, ohne notwendigerweise offizielle Angebote in Anspruch zu nehmen.

Beide lassen sich kombinieren: Die hauptpflegende Person kann sich ausruhen, während eine ablösende Person aus der Familie die Kontinuität sicherstellt, im Wissen, dass die wichtigen Informationen im gemeinsamen Tool jederzeit abrufbar sind.

Was kostet Entlastungspflege und wie lässt sie sich finanzieren?

Der gesetzliche Satz für professionelle Entlastungspflege zu Hause liegt bei mindestens 23 € pro Stunde, vor Steuerabzug. Diese Kosten lassen sich durch verschiedene Unterstützungsleistungen deutlich senken.

Die Allocation Personnalisée d'Autonomie (APA) kann Entlastungseinsätze im Hilfeplan der gepflegten Person finanzieren. Die Prestation de Compensation du Handicap (PCH) deckt bestimmte Formen menschlicher Unterstützung ab. Die AEEH (Allocation d'Éducation de l'Enfant Handicapé) gilt für Eltern, die ein behindertes Kind betreuen. Manche Zusatzkrankenversicherungen oder Rentenkassen bieten ebenfalls ergänzende Finanzierungen an.

Um einen Antrag zu starten: Wenden Sie sich an das CLIC (Centre Local d'Information et de Coordination) oder das CCAS (Centre Communal d'Action Sociale) Ihrer Gemeinde. Beide verweisen an die Entlastungs- und Vertretungsangebote in Ihrer Region.

  • APA (Allocation Personnalisée d'Autonomie) für Personen über 60 Jahre.
  • PCH (Prestation de Compensation du Handicap) für Personen unter 60 Jahren mit Behinderung.
  • Steuerliche Absetzbarkeit: 50 % der Kosten für professionelle Entlastungspflege über die Steuergutschrift für häusliche Hilfe.
  • CLIC und CCAS: erste Anlaufstellen, um zugelassene Anbieter zu finden.

Baluchonnage®: Entlastungspflege über mehrere Tage

Baluchonnage® ist eine intensive Form der Entlastungspflege, die aus Québec stammt und in Frankreich seit 2019 im Rahmen des ESSOC-Gesetzes erprobt wird. Eine Fachkraft zieht für 36 Stunden bis zu 6 aufeinanderfolgende Tage, Nächte eingeschlossen, in den Haushalt ein, um die hauptpflegende Person zu vertreten.

Dieses Angebot richtet sich insbesondere an pflegende Angehörige von Menschen mit Alzheimer oder anderen kognitiven Störungen, für die Orts- oder Umgebungswechsel schwer zu bewältigen sind. So kann die pflegende Person in den Urlaub fahren, sich erholen oder sich um einen persönlichen Notfall kümmern.

Das Ganze mit Tribulys in die Praxis umsetzen

Tribulys vereint Pflegetagebuch, gemeinsamen Kalender, Aufgaben, Medikamente und Notfallblatt in einem einzigen Kreis. Sie können kostenlos starten, die beteiligten Angehörigen einladen und anschließend die Fachkräfte hinzufügen, die nach Hause kommen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Entlastungspflege zu Hause?
Entlastungspflege zu Hause bedeutet, abwechselnde Einsätze mehrerer pflegender Personen, aus der Familie oder professionell, zu organisieren, um die Kontinuität der Betreuung sicherzustellen, ohne eine einzelne Person zu erschöpfen.
Wie richtet man eine familiäre Entlastungspflege ein?
Beginnen Sie damit, die Verfügbarkeit jeder ablösenden Person aufzulisten, und erstellen Sie dann einen gemeinsamen Kalender. Fügen Sie ein Pflegetagebuch für die Übergaben nach jedem Einsatz hinzu, damit jede ablösende Person weiß, was vor ihr passiert ist.
Was ist der Unterschied zwischen Entlastungspflege und dem Recht auf Entlastung?
Das Recht auf Entlastung ist ein offizielles Angebot, das es der pflegenden Person erlaubt, sich zurückzuziehen, während eine Fachkraft übernimmt. Entlastungspflege bezeichnet im weiteren Sinne die alltägliche Organisation der Einsätze zwischen pflegenden Personen, familiär oder professionell.
Was kostet professionelle Entlastungspflege?
Der gesetzliche Mindestsatz liegt bei 23 € pro Stunde, vor Steuerabzug. Mit der Steuergutschrift für häusliche Hilfe (50 % der Ausgaben) sinken die Nettokosten auf etwa 11,50 €/Std. Zusätzliche Finanzierungen über die APA oder die PCH können den verbleibenden Eigenanteil weiter senken.
Was ist Baluchonnage®?
Baluchonnage® ist eine Form der langfristigen Entlastungspflege (36 Std. bis 6 Tage) mit einer einzigen Fachkraft, die in den Haushalt einzieht. Sie richtet sich vor allem an pflegende Angehörige von Menschen mit Alzheimer. Dieses Angebot wird in Frankreich seit 2019 erprobt.
Kann die APA die Entlastungspflege finanzieren?
Ja. Die Allocation Personnalisée d'Autonomie (APA) kann Stunden für Entlastungspflege in den Hilfeplan einer Person über 60 Jahren mit Verlust der Selbstständigkeit einschließen. Wenden Sie sich an den Conseil départemental, um die Ansprüche zu prüfen.
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